Ich nehme hier gerne das Stöckchen von Anka auf und werde kurz darstellen, wie ich zur SPD bzw. den Jusos gelangt bin. Im Gegensatz zu Anka kann ich nicht mit einer “Frühsozialisation” in der Grundschule beginnen: im westlichen Würzburger Landkreis - wo ich u.a. auch wohne - existiert die SPD de facto nicht (bis auf ein paar wenige Ausnahmen)! Auch im Freizeitbereich kam ich bis 2006 nicht mit der SPD, geschweige denn den Jusos, in Berührung.
Meine Affinität zu den roten Socken entstand in erster Linie aus einer enormen Abneigung gegen die CDU / CSU und FDP. Schon in meiner Schulzeit war ich politisch nicht desinteressiert und fand neben einigen Sachargumenten die SPD-Politiker einfach cooler, weil auch linker :-). Das hört sich jetzt vielleicht platt an, dennoch ist Sympathie immer noch ein ausschlaggebender Punkt, was man als Politiker nie vergessen sollte. Stoiber und Schäuble, Kohl und die ganze Union war mir zu altbacken, zu konservativ, zu “mittig”.
Als ich dann begann, mich intensiver mit den Inhalten der Sozis auseinanderzusetzen, erkannte ich in den Grundüberzeugungen der Partei auch meine Einstellungen. Vor allem bin ich der Ansicht, dass bei allem politischen Denken, immer der Mensch im Mittelpunkt stehen muss und alles politische und wirtschaftliche Handeln muss diesem auch dienen - nicht umgekehrt. Die gesellschaftlichen Mechanismen sollen keinen Selbstzweck darstellen bzw. nur denen zuarbeiten, welche diese “leiten”! Daher bin ich auch ein Verfechter des sozialen und starken Staates, der - möglichst unabhängig von Einzelinteressen - eine umfassende und gesicherte Daseinsvorsorge bereitstellt.
Auch die umweltpolitischen Erfolge - welche es zweifelsohne in der rot-grünen Regierungszeit gab - rückte mich der SPD näher.
Ein dritter Punkt, welcher mich in die Partei brachte, war dessen Geschichte gewesen. Die schwierigen Jahre vor dem 2.Weltkrieg, die Opfer während des Krieges und die herausragenden Staatsmänner in der Nachkriegszeit - vor allem Herbert Frahm in seiner Paraderolle als Willy Brandt.
Und gerade die Kumulation vor allem der sozialen und umweltpolitischen Ausrichtungen von SPD und in verstärktem Maße der Jusos hat mich dazu geführt, im Jahre 2006 einen Mitgliedsantrag zu stellen.
Nach Beendigung meines Studiums im Sommer 2006 begab ich mich im November 2006 erstmals zu einer Jusositzung und den Jusos. Und da bin ich bekanntlicherweise immer noch…